Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten

Das erwartet dich hier

Brauche ich als Soldat eine Dienstunfähigkeitsversicherung?


Was muss ich bei einer Dienstunfähigkeitsversicherung beachten?


Dienstunfähigkeitsversicherung und Auslandseinsatz

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine DU ist für alle Soldaten empfehlenswert
  • Beiträge zur DU sind steuerlich absetzbar
  • Die meisten DUs leisten auch beim Auslandseinsatz
  •  Gesundheitsfragen beachten – je früher der Antrag gestellt wird, desto höher ist eine erfolgreiche Annahme

Was ist eine Dienstunfähigkeitsversicherung?

Die Dienstunfähigkeitsversicherung (DU) zahlt dir im Falle der Dienstunfähigkeit dein Einkommen bzw. eine vereinbarte Rente (weiter). Sie zählt somit zu den Lebensversicherungen, weil hier dein „Leben“ – sprich deine Arbeitskraft abgesichert wird.

Berufsunfähigkeitsversicherung oder Dienstunfähigkeitsversicherung?

Eine Frage, die relativ häufig gestellt wird. Um diese zu beantworten, muss man zunächst einmal den Unterschied kennen.

Jede DU-Versicherung ist auch gleichzeitig eine BU. Die Dienstunfähigkeitsklausel ist nämlich einfach ein Zusatz in einer BU, welche diese dann zur DU macht. 

Was sagt eine DU-Klausel jetzt aus?

DU-Klauseln gibt es viele verschiedene. Allgemeingültig ist aber, dass eine DU-Klausel prüft, ob die versicherte Person vom Dienstherren aufgrund gesundheitlicher Probleme entlassen wurde. 

Wo ist der Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine BU prüft, ob du deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu weniger als 50% ausüben kannst. Bei Soldaten kann es hier vorkommen, dass sie vom Dienstherren entlassen wurden, aber allgemein nicht als berufsunfähig gelten. 

Die Dienstunfähigkeitsversicherung prüft stattdessen, ob der Soldat vom Dienstherren entlassen wurde und zahlt dann entsprechend – egal ob dieser auch in der zivilen Welt als berufsunfähig gelten würde.

Beispiel

Ein Panzergrenadier verliert Zeige- und Mittelfinger seiner rechten Hand (Rechtsschütze) und ist daraufhin nicht mehr für seinen eingeteilten Dienstposten dienstfähig - er ist also dienstunfähig. Eine Entlassung aus der Bundeswehr hätte zur Folge, dass er kein Gehalt mehr bekäme und auch keine Leistungen aus einer BU.

Brauche ich als Soldat nun eine Berufs- oder Dienstunfähigkeitsversicherung?

Am allerwichtigsten ist zunächst, dass ein Soldat seine Arbeitskraft überhaupt absichert. Es scheiden sich bei der genauen Gestaltung die Geister. Es kommt darauf an. Unserer Einschätzung nach fährt man sicherer, wenn man eine Dienstunfähigkeitsklausel integriert hat. 

Warum?

Eben wegen dieser Fälle, in denen ein Soldat aus dem Dienstverhältnis entlassen wurde, aber in der zivilen Welt nicht als berufsunfähig gilt und somit nur Anspruch auf Arbeitslosengeld hat. Mit einer DU wäre dies vermieden worden, weil die Entlassungsurkunde ausreicht, um eine Leistung zu beziehen.

BU oder DU als Soldat?

Auf der sicheren Seite ist man also, wenn man eine Dienstunfähigkeitsklausel in der Versicherung hat. Dies bedeutet aber nicht, dass eine BU für einen Soldaten niemals leisten würde. Für den ein oder anderen Dienstposten ist eine BU geeigneter, da ein Ausscheiden hier auch den Verlust der Arbeitskraft in der zivilen Welt bedeuten würde (Gezi-Tätigkeit und bspw eine Krebserkrankung hätte logischerweise auch eine Berufsunfähigkeit zur Folge).

Ist der Rahmenvertrag eine geeignete Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten?

Für einige Dienstposten mit hoher Gefährdung wie Minentaucher oder Fallschirmjäger ist er das in der Tat. Für alle anderen aber nicht!

Warum?

Versicherungsgesellschaften nehmen keine Minentaucher oder Fallschirmjäger etc. an. Diese Kameraden finden nur beim Rahmenvertrag eine Absicherung der Arbeitskraft. 

Das große Problem mit dem Rahmenvertrag ist die geringe Laufzeit. Im Leistungsfall zahlt der RV die Renten nämlich nur bis zum 55. Lebensjahr. Der Soldat auf Zeit ist nämlich nicht verbeamtet und erhält somit auch kein Ruhegehalt, sondern ist, wie ein normaler Arbeitnehmer auch, auf die Sozialleistungen des Staates angewiesen. 

Mit anderen Worten, einem Soldaten auf Zeit geht ab dem 55. Lebensjahr das Geld aus, da dieser frühestens mit 63. die gesetzliche Rente erhalten würde. 

Somit besteht eine Versicherungslücke von 8 Jahren, in denen kein nennenswerter Cashflow (lediglich Arbeitslosengeld) besteht.

Rahmenvertrag Versorgungslücke

Der RV ist ein Kombivertrag

Der Rahmenvertrag versucht auf vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen, indem er neben der Arbeitskraft auch versucht die Altersrente zu versichern. Bei Kombiprodukten sind die Kosten nicht immer eindeutig erkennbar und man zahlt für jeden Baustein eine Kostenstruktur ab und dann nochmal für den Rahmen, der alles zusammenhält. Bei einem RV mit DU und Altersrente würden also im Prinzip 3 Kostenpunkte anfallen, anstelle von 2, wenn man die Risiken separat absichert.

Der RV ist ein Kombivertrag

Der Rahmenvertrag versucht auf vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen, indem er neben der Arbeitskraft auch versucht die Altersrente zu versichern. Bei Kombiprodukten sind die Kosten nicht immer eindeutig erkennbar und man zahlt für jeden Baustein eine Kostenstruktur ab und dann nochmal für den Rahmen, der alles zusammenhält. Bei einem RV mit DU und Altersrente würden also im Prinzip 3 Kostenpunkte anfallen, anstelle von 2, wenn man die Risiken separat absichert.

Dienstunfähigkeitsversicherung für den Auslandseinsatz

Vorab ganz wichtig: Wenn die Kommandierung für den Einsatz bereits schriftlich vorliegt, wird dich keine Versicherung mehr annehmen. Auch hier empfiehlt es sich also so früh wie möglich mit dem Schutz zu beginnen.

In einer guten Dienstunfähigkeitspolice findet sich dann häufig eine Formulierung, die in etwa so ausgestaltet ist.

Unterschied aktives und passives Kriegsrisiko

Aktives Kriegsrisiko ist in Deutschland nicht privat versicherbar (Auch nicht über den Rahmenvertrag). Hier greift aber ein Paragraph aus dem Soldatenversorgungsgesetz. §63b SGV ersetzt durch aktives Kriegsrisiko ausgefallene Leistungen für den Soldaten.

Aktives Kriegsrisiko

"Die Schädigung des Soldaten unmittelbar oder mittelbar durch Kriegs- oder Bürgerkriegsereignisse"

Aus diesem Grund gibt es auf Empfehlung des Gesamtverbandes der dt. Versicherungswirtschaft(GDV) auch das sogenannte passive Kriegsrisiko.

Passives Kriegsrisiko

"Die Schädigung des Soldaten unmittelbar oder mittelbar durch Kriegs- oder Bürgerkriegsereignisse" + an denen [er] nicht aktiv beteiligt war. Mit dem Zusatz, das Auslandseinsätze mit dem Mandat des Bundestages auch hierunter fallen.

Fazit:

Wenn man früh genug mit dem Versicherungsschutz beginnt, ist Stand 04/2022 jeder Einsatz der Bundeswehr abgesichert, solange die Versicherung das passive Kriegsrisiko mit absichert.

Q&A

Ja, die Beiträge für eine Dienstunfähigkeitsversicherung zählen zum Vorsorgeaufwand und sind daher absetzbar.

Nein, es besteht keine Pflicht, wie etwa bei der Pflegeversicherung. Es ist jedoch sehr ratsam, die eigene Arbeitskraft als Soldat so früh wie möglich abzusichern. 

Um eine Dienstunfähigkeitsversicherung zu beantragen, muss man Gesundheitsfragen beantworten. Wir werden alle nicht jünger und gesünder, von daher sollte man den Antrag stellen, solange noch keine gravierenden gesundheitlichen Einschränkungen eingetreten sind, die den Antrag verhindern könnten. 

Auch hier ist noch nicht Hopfen und Malz verloren. Man kann hier zunächst einmal mit einer anonymisierten Risikovoranfrage bei verschiedenen Anbietern anfragen und Bedingungen ausloten. Hierbei helfen wir gerne.

Grundsätzlich immer die, die ohne Ausschlüsse und Zuschläge annimmt. Danach ist es von Präferenzen abhängig und muss individuell entschieden werden.

Nach Auswahl deiner Anlage kannst du mit einem Antrag zum ReFü gehen und über diesen deinen Antrag weiter bearbeiten lassen.

Unsere Erstberatung ist immer kostenlos. Danach kannst du entscheiden, ob du provisionsbefreit oder auf Courtage weitermachen möchtest, wir bieten alles transparent an.

Q&A II

Du kannst dies in den Bedingungen nachlesen oder uns deinen Vertrag zur Prüfung vorlegen.

Dies hängt im Wesentlichen von deinem Eintrittsalter, deinem Gesundheitszustand und deiner gewünschten Rente ab. Von 60€-120€+ ist alles möglich. Generell gilt aber: Je früher du beginnst, desto günstiger ist der Beitrag. 

Wir stehen unseren Mandanten im Leistungsfall per Anwalt zur Seite und sorgen auch juristisch dafür, dass es zu einem Leistungsanspruch kommt.

Eine, die an deinen Lebensstandard angepasst ist. Überlege: Wie viel Geld brauche ich monatlich, um mein Leben, wenn auch etwas reduziert, weiterführen zu können? Maximal 75% des Gehalts sind möglich.

Ja. Die meisten Anbieter erlauben eine Erhöhung innerhalb der ersten 5 Jahre ohne Angabe von Gründen und danach bis mind zum 40. Lebensjahr an Ereignisse wie Heirat, Geburt, Immobilie oder ähnliches geknüpfte Erhöhungen.

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Till Freudenreich

Till Freudenreich

Unabhängiger Finanzberater und Experte für Altersvorsorge

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