Soldatenversicherungen – Was du als Soldat für Versicherungen brauchst

Soldaten und Versicherungen…

Wir alle wissen, dass der Soldatenberuf nun nicht gerade zu den ungefährlichsten zählt. Aus diesem Grund zeige ich dir, welche Versicherungen du als Soldat brauchst.

Was du als Soldat über die Anwartschaft wissen musst

Die einzig verpflichtende Versicherung für den Zeitsoldaten ist die Pflegepflichtversicherung(kommt immer mit Anwartschaft). Warum? Als SaZ genießt du die freie Heilfürsorge, also brauchst du dich nicht krankenversichern, wie normale Arbeitnehmer, das übernimmt der Bund.

Die andere Sozialversicherung, nämlich die Pflegeversicherung wird damit aber nicht abgedeckt. Daher die Pflegepflichtversicherung (PPV). Hier hast du die Möglichkeit eine private oder gesetzliche abzuschließen. 

Privat

Fixer Beitrag von 18€ bis ca. 28€ abhängig vom Alter.

Gesetzlich

Beitrag berechnet sich prozentual vom Bruttoeinkommen. 3,05% und 3,3% bei Kinderlosen.(Als SaZ die Hälfte)

Die Leistungen der beiden Pflegeversicherungen sind identisch. Ein kurzer Blick auf das Gehalt eines frischen SaZ verrät uns dann auch schon, dass es wesentlich teurer ist, in der gesetzlichen Pflegeversicherung zu verbleiben.

Ca. 2150€ Bruttoverdienst und davon 3,3% sind gute 70,95€ die die gesetzliche Pflegeversicherung dich dann kosten würde.

Alles über die Anwartschaft für einen Soldaten

In der privaten Krankenversicherung ist die PPV(Pflegepflichtversicherung) mit der Anwartschaft verknüpft. Eine Anwartschaft ermöglicht es dir sicher zu bestimmten, jetzt definierten Bedingungen, später einen Platz in der PKV zu bekommen. In aller Ausführlichkeit haben die Kollegen das hier beschrieben Anwartschaft von Finanztip erklärt. Warum ist das sinnvoll?

Du frierst dir deinen Gesundheitszustand ein! Der Dienst an der Waffe ist nicht immer gesundheitsförderlich, du wirst also eher „ungesünder“ wieder rauskommen. Durch die Anwartschaft für Soldaten bist du aber jetzt mit deinem Körper vor der Bundeswehr versichert. Du hast also keinen Risikozuschlag oder einen Ausschluss bestimmter Gebrechen und Krankheiten.

 

Kleine Anwartschaft für Soldaten

Friert Gesundheitszustand bei Abschluss ein und "reserviert" Platz im jeweiligen Tarif in der privaten Krankenversicherung.

Große Anwartschaft für Soldaten

Friert Gesundheitszustand und Alter bei Abschluss ein. Ist somit zu Beginn teurer, der Beitrag steigt dafür aber weniger.

Große Anwartschaft oder kleine Anwartschaft für Soldaten?

 

Eine sehr häufig gestellte Frage. Die große Anwartschaft friert neben deinem Gesundheitszustand auch das Alter ein. Jüngere Personen sind natürlich günstiger als ältere in der Krankenversicherung. Dafür kostet die große Anwartschaft auch wesentlich mehr, denn es werden sogenannte Altersrückstellungen gebildet.

 

Eine kleine Anwartschaft reicht völlig aus, da am Ende der Laufbahn noch gar nicht klar ist ob du dich:

 

a) selbstständig machst und dann in die PKV gehst,

b) durch ein eventuelles Studium beim Bund danach so viel verdienst, dass du in die PKV gehst(hallo SANOAs) oder

c) nach deiner Dienstzeit ganz normal in einem zivilen Beruf in die gesetzliche Krankenversicherung gehst.

 

Wie funktionieren diese Altersrückstellungen in der großen Anwartschaft?

Nun, du bezahlst dem Versicherer quasi mehr, damit dieser das Geld anlegt und damit deinen Beitrag im Alter drückt. Das Anlegen kannst du aber auch selbst in Form eines Depots oder privaten Altersvorsorge tun und dir dadurch den Zwischenschritt sparen. Das ist wesentlich günstiger und für dich einfacher zu kontrollieren. Mehr dazu weiter unten.

Dienstunfähigkeit für Soldaten

 

Eine Dienst- bzw. Berufsunfähigkeits-versicherung ist für den SaZ zwar nicht verpflichtend, aber dennoch eine Versicherung, die du als Soldat brauchst. Warum?

 

Als SaZ bist du kein Beamter, hast somit KEINEN Anspruch auf ein Ruhegehalt. Solltest du also deinen Beruf nicht mehr ausüben können und somit kein Geld mehr verdienen, fällst du ganz normal auf die Erwerbsminderungsrente oder Hartz IV zurück.

 

Die Dienstunfähigkeitsversicherung zahlt dir dann dein Gehalt bzw. eine vorher festgelegte Rente bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter weiter. Sie ist also absolut essentiell, wenn du von deinem Einkommen deinen Lebensunterhalt bestreitest.

 

In den ersten Wochen deiner Dienstzeit wird dir in der Kaserne dann auch der gute alte Rahmenvertrag vorgelegt werden, der im Prinzip versucht alles in einem abzusichern, also auch die Altersrente, Unfallrente und Hinterbliebenenschutz. Hier einfach mal auf das Auto des RV-Vertreters achten ;), das sollte schon viel über das Produkt Rahmenvertrag sagen. Zudem ist die maximale Laufzeit des RV nur bis zum 55. LJ und daher für alle SaZ ungeeignet, da du erst ab dem 63. LJ frühestens in die Rente kannst, es besteht also eine Lücke, in der du kein Einkommen hast!

 

Über das Für und wider der DU-Klausel in deiner Arbeitskraftabsicherung hat sich hier bereits ein kompetenter Kollege Gedanken gemacht. Wenn man als Zeitsoldat vernünftig gegen Dienstunfähigkeit abgesichert sein will, ist es besser man hat diese inkludiert. Bei einzelnen Verwendungen kann man eventuell andere Lösungen fahren(Hallo Offizier mit Humanmedizin Studium).

 

Wichtig bei der Dienstunfähigkeit für Soldaten ist also die Absicherung über das 55. Lebensjahr hinaus und eine DU-Klausel, welche auch im Auslandseinsatz greift. Da fällt schonmal eine ganze Menge flach!

Rahmenvertrag Versorgungslücke
Unterschied Rahmenvertrag und "freie" Dienstunfähigkeitsversicherung

Altersvorsorge für Soldaten

 

Jaja lästiges Thema, ich weiß. Doch auch diese Versicherung brauchst du als Soldat. Wie ernst das tatsächlich ist, merkt man dann aber erst im Alter, wenn’s zu spät ist. Kurzum, jeder MONAT, den du wartest vorzusorgen, sind ca. 1.000€ weniger Kapital im Rentenalter.

 

Als SaZ wirst du auch merken, dass du ein sehr gutes Verhältnis von Brutto- zu Nettogehalt haben wirst. Woran liegt das? Du zahlst fast keine Sozialversicherungen und eben auch nicht in die gesetzliche Rentenkasse ein. Die Bundeswehr zahlt nach deiner Dienstzeit einen Betrag ein, dieser ist aber nicht mit dem zu vergleichen was ein normaler ziviler Angestellter einzahlt. Warum?

 

Ein Zivilist braucht für “dein” Netto ein wesentlich höheres Brutto. Da sich die Nachzahlung an deinem Brutto bemisst, ist das also weniger als eben jener Zivilist erhält. Hier besteht also Handlungsbedarf. Das schreiben wir nicht nur so, das ist tatsächlich ein super ernstes Problem, denn die gesetzliche Rentenversicherung wird dich nicht tragen.

 

Haftpflichtversicherung für Soldaten

 

Wenn man etwas Beschädigt/Zerstört muss man dafür in Deutschland laut §823 BGB haften. Damit einen das nicht in den finanziellen Ruin treibt, sollte man sich dagegen absichern (das schreibe ich nicht nur, weil ich auch Haftpflichtversicherungen anbiete, sondern weil eine 5€-10€ Versicherung dir dann mehrere Hundert, bis Tausend Euro spart). Entsprechend ist die private Haftpflicht, eine Versicherung die du als Soldat brauchst.

 

Als Soldat bist du Angestellter im Öffentlichen Dienst, für diese Tätigkeit greift eine PRIVATE Haftpflicht also nicht, wie der Name schon sagt. Verliert man also mal das ein oder andere teure Ausrüstungsstück, ist es von Vorteil dagegen abgesichert zu sein.

 

Nun wird am Anfang der Dienstzeit auch der deutsche Bundeswehrverband vorstellig werden, diese inkludieren in Ihrer Mitgliedschaft eine Diensthaftpflicht bei der AXA DBV.

 

Diese ist so weit auch in Ordnung und der Verband bietet auch viele andere Vorteile, daher eine klare Empfehlung meinerseits. Wer allerdings nur wegen der Versicherung Mitglied wird, der zahlt viel zu viel im Monat. Eine Diensthaftpflicht kostet zusätzlich zur PHV ca. 5€ statt der 12€ im DBWV.

 

Generell solltest du darauf achten, fern von irgendwelchen Billiganbietern zu bleiben und aufpassen, dass sich keine Selbstbeteiligung einschleicht.

 

Sonstige Versicherungen

 

Ich vertrete den Ansatz, dass man sich so wenig Versicherungen wie möglich anschaffen sollte. Grundsätzlich solltest du nur das Absichern was nötig ist (Haftpflichtrisiken, Arbeitskraft und Gesundheit) und dann lieber Vermögensaufbau in Form eines Depots und Altersvorsorge betreiben, hier ist das Geld nämlich nicht weg, wenn “nichts” passiert. Beliebt sind hier zusätzlich noch Unfallversicherungen, das sollte man sich fragen, ob man denn auch gefährliche Freizeitaktivitäten betreibt, welche eine solche Versicherung nötig machen.

 

Schlusswort zu Versicherungen für Soldaten

 

Wir hoffen, du hast nun einen groben Überblick, über das was man als Soldat an Versicherungen braucht. Wenn du Hilfe brauchst, weil du keine Ahnung von Altersvorsorge oder DU-Klauseln hast, melde dich gerne bei uns. Wir warnen an dieser Stelle auch noch einmal recht kräftig vor allerlei Gestalten, die bei einem Essen etwas über Steueroptimierungen erzählen und dann auf einmal Verträge zum Unterzeichnen rausholen. Ebenso vor sogenannten Standortberatern und Spezialisten für den öffentlichen Dienst. Diese Menschen sind sich meist selbst die nächsten und beraten selten bedarfsgerecht.

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Till Freudenreich

Till Freudenreich

Unabhängiger Finanzberater und Experte für Altersvorsorge

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